Stadtblick: Andreas Hinrichs

Stadtblick: Andreas Hinrichs

Veröffentlicht am 02.09.2026


„Wir wollen wieder nach oben“: Andreas Hinrichs kehrt zum VfL Oythe zurück – diesmal als Trainer. Der 43-Jährige spricht über seine Verbundenheit mit dem Verein, seine Vorstellungen von mutigem Fußball, die Entwicklung junger Spieler und ein klares sportliches Ziel.


Andreas, wie würdest du dich selbst in drei Worten beschreiben?


Andreas Hinrichs: Zuverlässig, akribisch und ehrgeizig.

Was bedeutet Zuverlässigkeit für dich persönlich?


Andreas Hinrichs: Als Trainer bedeutet Zuverlässigkeit, dass ich die Werte vorlebe, die ich auch von meiner Mannschaft erwarte und dass sich meine Spieler jederzeit auf Dinge verlassen können, die abgesprochen wurden.

Meine Familie und meine Freunde wissen, dass ich viel Zeit in den Fußball investiere und deshalb nicht immer verfügbar bin.

Aber wenn ich etwas zugesagt habe, dann halte ich das auch ein und wenn ich gebraucht werde, können sich die Menschen in meinem Umfeld jederzeit auf mich verlassen.

Wie sieht für dich ein perfekter freier Sonntag aus?


Andreas Hinrichs: An einem freien Sonntag verbringe ich gern Zeit mit meiner Frau und unserer Tochter. Wir unternehmen etwas gemeinsam oder besuchen Oma und Opa.

Freunde zu treffen, gehört natürlich ebenfalls dazu. Hierfür ist im Laufe einer Woche oftmals nur sehr wenig Zeit.

Ganz ohne Fußball geht aber auch an einem freien Sonntag nicht. Ich schaue mir einfach gerne Spiele an – im Fernsehen oder vor Ort. Nicht immer, weil ich Mannschaften beobachten oder Spieler scouten möchte, sondern einfach, weil mir Fußball Freude macht. An einem perfekten freien Sonntag müsste also alles Platz finden: Familie, Freunde und ein bisschen Fußball.

Worauf bist du abseits des Sports besonders stolz?


Andreas Hinrichs: Ganz klar auf meine Familie. Wir haben seit zweieinhalb Jahren eine Tochter, und dadurch verändert sich das Leben natürlich. Meine Familie stärkt mir den Rücken. Dort kann ich abschalten und meine innere Ruhe finden.

Wer hat dich in deinem Leben besonders geprägt?


Andreas Hinrichs: In erster Linie meine Eltern. Ich bin ein sehr familiärer Mensch, und meine Familie ist mir sehr wichtig.

Natürlich haben mich auch gute Freunde und auch viele Trainer sowie Mitspieler geprägt, aber an erster Stelle steht für mich die Familie.

Und wer hat dich sportlich besonders beeinflusst?


Andreas Hinrichs: In meiner Jugend hat mich Andreas „Zico“ Lübbehusen stark geprägt. Er war damals mein Trainer in der Lohner U17. Wir hatten eine relativ enge Verbindung. Er war sehr fußballbesessen und diese Begeisterung hat mich angesteckt.

Aber auch Tom Kissner hat mir fußballerisch vieles mitgegeben und unter Ludger Holthaus hatte ich zwei sehr schöne Jahre in der Lohner U19.

Darüber hinaus hatte ich viele weitere gute Trainer, auch während meiner Zeit in Oythe mit Uwe Küpker und Thomas Schmunkamp. Von jedem nimmt man etwas mit.

Was begeistert dich am Trainerjob am meisten?


Andreas Hinrichs: Grundsätzlich liebe ich den Fußball. Wenn man irgendwann nicht mehr selbst spielen kann, aber weiterhin Teil des Fußballs sein möchte, liegt der Trainerjob nahe.

Mich reizt der Wettbewerb und dieses Hinfiebern auf ein Spiel. Gleichzeitig arbeite ich sehr gerne mit jungen Menschen, möchte Spieler entwickeln und lege großen Wert auf den persönlichen Umgang. Dazu kommt die Vorbereitung auf den nächsten Gegner: taktisch Ideen entwickeln und zu überlegen, was am Wochenende funktionieren könnte.

Auch der Austausch mit anderen Trainern und das Netzwerk, das dadurch entsteht, machen mir große Freude.

Gibt es Dinge, für die im Traineralltag zu wenig Zeit bleibt?


Andreas Hinrichs: Es gibt einige Hobbys, die etwas zu kurz kommen. Ich habe vor einigen Jahren noch Fußball bei den Altherren oder auch Tennis gespielt, aber das ist sowohl zeitlich als auch kniebedingt kaum noch möglich. Dafür laufe ich gern, wenn es mal kleinere Zeitfenster gibt.

Vor allem bleibt aber weniger Zeit, um etwas mit Freunden zu unternehmen. Das bedeutet nicht, dass man Freundschaften nicht mehr pflegt. Man kann nur nicht so häufig dabei sein, wenn Freunde sich treffen oder etwas unternehmen. Daher versucht sich mein Umfeld in der Regel, nach meinem fußballerischen Terminplan zu richten. Das weiß ich sehr zu schätzen.

Welche Partie im Trikot des VfL Oythe wirst du nie vergessen?


Andreas Hinrichs: Da gibt es vor allem zwei Spiele. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir eine Partie gegen Esens an der Hasenweide. Esens war damals Tabellenführer, während wir uns in einer schwierigen Phase befanden. Kurz vor Schluss habe ich mit einem außergewöhnlichen Tor aus sehr spitzem Winkel das 2:1 erzielt. Die Zeitung titelte „Hinrichs auf den Spuren von Emmerich“. Da ich nicht besonders viele Tore geschossen habe, ist mir dieses natürlich umso stärker im Gedächtnis geblieben.

Außerdem haben wir einmal in Nordhorn mit 4:2 gewonnen, und ich habe meinen ersten Doppelpack im Herrenbereich erzielt. Auch dieses Spiel werde ich nicht vergessen.

Was hat dich überzeugt, die Traineraufgabe beim VfL Oythe zu übernehmen?


Andreas Hinrichs: Vor allem das große Potenzial des Vereins – sowohl bei der Infrastruktur und der Anlage als auch im sportlichen Bereich. Die Bezirksliga soll nicht die Liga sein, in der der VfL mittel- oder langfristig bleibt. Im Verein gibt es ein Konzept und den klaren Willen, sportlich wieder nach oben zu kommen. Das hat mich sehr angesprochen.

Hinzu kommt, dass Oythe ein familiärer Verein ist und ich hier viele Menschen kenne. Ich glaube, dass ich mich sehr wohlfühlen werde.

Welche Erinnerungen verbindest du mit deiner früheren Zeit in Oythe?


Andreas Hinrichs: Wir hatten damals eine sehr homogene Mannschaft und einen großen Zusammenhalt. Wir waren erfolgreich, haben aber auch abseits des Platzes viel miteinander unternommen. Dadurch sind Freundschaften entstanden, die bis heute bestehen. Es war eine sehr schöne Zeit.

Was sind die größten Herausforderungen in der Bezirksliga?


Andreas Hinrichs: Das Schwierige ist, dass nur eine Mannschaft aufsteigen kann. Meiner Einschätzung nach ist es deutlich schwieriger, aus der Bezirksliga aufzusteigen, als beispielsweise anschließend die Landesliga zu halten.

Es gibt mehrere sehr ambitionierte Mannschaften. Man wird einen hohen Punkteschnitt benötigen und extrem konstant spielen müssen, um sich am Ende vor diesen Teams zu platzieren.

Gleichzeitig bin ich neu hier. Wir müssen bestimmte Dinge erst entwickeln. Wenn man ganz oben mitspielen möchte, hat man dafür allerdings nicht unbegrenzt Zeit.

Was können die Spieler von dir als Trainer erwarten?


Andreas Hinrichs: Einen zuverlässigen Trainer, der gut vorbereitet und sehr akribisch ist und jedes Spiel gewinnen möchte. Gleichzeitig möchte ich immer Ansprechpartner für die Spieler sein und viel mit ihnen kommunizieren – gerade auch dann, wenn ein Spieler einmal etwas hinten dran ist.

Ich versuche, jeden Einzelnen zu sehen. Besonders wichtig ist mir außerdem, junge Spieler zu entwickeln. Zudem möchte ich den Spielern das vorleben, was ich auch von ihnen erwarte.

Welche Werte und welche Art von Fußball sollen deine Mannschaft auszeichnen?


Andreas Hinrichs: Ich möchte eine Mannschaft sehen, die auf dem Platz alles gibt, für den Sieg und für das Spiel brennt und in jedem Zweikampf präsent ist. Das möchten auch die Zuschauer sehen. Wenn eine Mannschaft wirklich alles investiert, wird ihr auch einmal verziehen, wenn sie nicht gewinnt.

Fußballerisch wollen wir offensiv und mutig spielen. Die Spieler dürfen dabei auch Fehler machen. Entscheidend ist, dass wir die Dinge, die wir vorher besprochen haben, konsequent umsetzen.

Wir wollen eher für Spektakel als für reinen Sicherheitsfußball stehen.

Wie hast du die Mentalität der Mannschaft bislang wahrgenommen?


Andreas Hinrichs: Ehrlicherweise besser als das Image, das ihr oft nachgesagt wird. Die Mannschaft will unbedingt. Natürlich funktioniert noch nicht alles, aber die Mentalität ist vorhanden. Wenn wir als Gruppe weiter zusammenwachsen und sich Automatismen entwickeln, können wir sehr erfolgreich sein.

Wie wichtig ist dir die Entwicklung junger Spieler?


Andreas Hinrichs: Sehr wichtig. Ich habe lange im Jugendbereich gearbeitet und zuletzt in Mühlen auch mit einer sehr jungen Mannschaft trainiert. Die Entwicklung junger Spieler ist ein wesentlicher Bestandteil unseres Konzepts beim VfL.

Die Mannschaft in Oythe ist derzeit grundsätzlich relativ erfahren, was keineswegs schlecht sein muss. In Zukunft wollen wir aber verstärkt junge Talente aus dem Landkreis einbauen. Wir möchten regionaler und jünger werden und die Spieler hier im Verein entwickeln.

Was möchtest du im Verein über die Ergebnisse hinaus bewegen?


Andreas Hinrichs: Ein Verein funktioniert nur, wenn alle an einem Strang ziehen und ein echtes Wir-Gefühl entsteht. Wir möchten alle Mannschaften mitnehmen, Aufbruchstimmung erzeugen und offen für den gesamten Verein sein.

Die Spieler der 1. Herren sollen sich stark einbringen und den Verein leben.

Wir müssen vorangehen und uns vorbildlich verhalten. Junge Spieler sollen sich an uns orientieren und die 1. Herren als Ziel sehen können.

Auch das Umfeld spielt eine Rolle. Wir möchten ein Setting schaffen, in dem sich die Mannschaft wohlfühlt. Dazu gehören beispielsweise die Kabine, die gesamte Infrastruktur rund um die Mannschaft und viele kleine Dinge rund um den Spielbetrieb. Das muss nicht extravagant sein, soll aber den Wohlfühlcharakter fördern und die Identifikation stärken.

Welches Ziel möchtest du mit dem VfL unbedingt erreichen?


Andreas Hinrichs: Wir wollen aufsteigen. Das ist ganz klar. Natürlich möchten wir die Mannschaft entwickeln und erfolgreichen, offensiven Fußball spielen. Über allem steht aber das Ziel, kurz- bis mittelfristig aufzusteigen – gerne in dieser Saison, spätestens in der nächsten.

Diesen Druck machen wir uns selbst. Gleichzeitig ist das auch der Anspruch an das gesamte Projekt.

Was wäre die perfekte Schlagzeile nach deiner ersten Saison?


Andreas Hinrichs: „Der VfL Oythe steigt in die Landesliga auf.“

Foto: VfL Oythe 1947 e.V.


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