Stadtblick: Peter Eckhardt

Stadtblick: Peter Eckhardt

Veröffentlicht am 04.08.2026


Peter Eckhardt ist der neue Marktmeister des Stoppelmarkts in Vechta. Er übernimmt die Organisation eines der größten Volksfeste in Norddeutschland und trägt damit Verantwortung für Planung, Ablauf und Sicherheit des gesamten Marktes. Zuvor war er lange im Bereich der städtischen Infrastruktur tätig und kennt viele Abläufe aus dem Hintergrund bereits gut.


Wie sind Sie ursprünglich zu Ihrer Arbeit bei der Stadt Vechta gekommen?

Peter Eckhardt: Eigentlich müsste ich jetzt schmunzelnd sagen: durch Ihren Vater, Burkhard Brinkmann - wenn ich mich richtig erinnere. Er hat mir damals die Ausbildungsstelle als Straßenwärter bei der Straßenmeisterei Vechta vermittelt. Damit nahm mein beruflicher Weg seinen Anfang.

Nach der Ausbildung zum Straßenwärter folgte die Weiterbildung zum Straßen- und Tiefbautechniker. Anschließend wechselte ich zur Stadt Vechta und war dort viele Jahre als Betriebsleiter des Bauhofs tätig. In dieser Funktion hatte ich bereits einen engen Bezug zum Stoppelmarkt und war an vielen organisatorischen Aufgaben beteiligt.

Nach insgesamt 29 Jahren bei der Stadt Vechta durfte ich im April 2026 die Aufgabe des Marktmeisters übernehmen und trage in diesem Jahr erstmals die Gesamtverantwortung für den Stoppelmarkt.

Gibt es etwas, das viele über Sie überraschen würde?

Peter Eckhardt: Viele wissen gar nicht, dass ich mich in meiner Freizeit gerne mit der Steinmetzkunst beschäftige. Wenn es die Zeit zulässt, arbeite ich mit Naturstein und fertige kleinere Werkstücke an. Dabei kann ich hervorragend abschalten. Es ist ein schöner Ausgleich zur täglichen Verwaltungsarbeit, weil man am Ende des Tages direkt sieht, was man geschaffen hat.

Welche kleine Sache macht Ihnen im Alltag schnell gute Laune?

Peter Eckhardt: Es sind oft die kleinen Dinge: ein gutes Gespräch mit Kolleginnen und Kollegen, ein erfolgreich gelöstes Problem oder wenn man sieht, dass die gemeinsame Arbeit im Team Früchte trägt. Besonders schön ist es natürlich, wenn auf dem Stoppelmarktgelände aus einer leeren Fläche nach und nach ein lebendiges Volksfest entsteht.

Gibt es eine Fähigkeit, die Ihnen privat hilft, im Job ruhig zu bleiben?

Peter Eckhardt: Ja. Ich war über zehn Jahre ehrenamtlich in der Krisenintervention tätig und habe dafür eine entsprechende Ausbildung absolviert. Die Erfahrungen aus dieser Zeit helfen mir bis heute sehr. Gerade in Situationen, in denen schnell Entscheidungen getroffen werden müssen oder der Druck steigt, gelingt es mir dadurch meist, ruhig und besonnen zu bleiben.

Aus zeitlichen Gründen kann ich dieses Ehrenamt heute leider nicht mehr ausüben, die dort erworbenen Erfahrungen begleiten mich aber weiterhin - sowohl beruflich als auch privat.

Wie würden Freunde Sie beschreiben, wenn es nicht um Ihren Beruf geht?

Peter Eckhardt: Wahrscheinlich würden sie sagen, dass ich nur selten stillsitzen kann. Ich bin gerne unterwegs, engagiere mich für andere Menschen und habe immer irgendein Projekt, mit dem ich mich beschäftige. Ich bin vielseitig interessiert und brauche einfach das Gefühl, etwas gestalten zu können.

Wenn Sie den Stoppelmarkt in drei Worten beschreiben müssten - welche wären das?

Peter Eckhardt: Tradition. Gemeinschaft. "Stoppelmarkt - einfach gut."

Worauf freuen Sie sich am meisten?

Peter Eckhardt: Ich freue mich jedes Jahr darauf, wenn auf dem Stoppelmarktgelände wieder Leben einkehrt. Ein besonderer Moment war in diesem Jahr der 22. Juni 2026, als der Schaustellerverein mit dem Aufbau der bekannten Torbögen den offiziellen Startschuss für die Aufbauphase gegeben hat.

Für mich beginnt dann die heiße Phase der Vorbereitung. Am 20. Juli startet mein Team gemeinsam mit mir mit dem Einmessen der Standflächen für Schausteller, Wirte und Händler. Ab diesem Zeitpunkt wird aus monatelanger Planung Schritt für Schritt ein echtes Volksfest. Darauf freue ich mich besonders.

Was ist am schwierigsten - Aufbau, Sicherheit oder die Abstimmung mit den Schaustellern?

Peter Eckhardt: Der anspruchsvollste Bereich ist eindeutig die Sicherheit. Seit April 2026 bin ich Marktmeister der Stadt Vechta und trage in diesem Jahr erstmals die Gesamtverantwortung für den Stoppelmarkt. Gemeinsam mit meiner Stellvertreterin übernehmen wir als Veranstaltungsleitung die Verantwortung für die Umsetzung des Sicherheitskonzeptes 2026.

Dazu gehören unter anderem die Sicherheit während der Aufbauphase, die Einrichtung und Überwachung der Zufahrtssperren, die enge Zusammenarbeit mit Polizei, Feuerwehr, DRK, Sicherheitsdienst, DB Sicherheit und weiteren BOS-Einheiten, sowie die Organisation und Überwachung der Verkehrsführung während der gesamten Veranstaltung. Gerade die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten ist dabei der Schlüssel zu einem sicheren und erfolgreichen Stoppelmarkt.

Wie früh beginnt für Sie ein Stoppelmarktjahr wirklich?

Peter Eckhardt: Eigentlich beginnt das nächste Stoppelmarktjahr bereits kurz nach dem Ende des aktuellen Festes.

Dann startet bereits die Ausschreibung für den nächsten Stoppelmarkt. Es folgen die Bewerbungen der Schausteller, Händler und Wirte, die Auswahl der Beschicker sowie zahlreiche organisatorische und rechtliche Vorbereitungen.

Auch wenn ich die Aufgabe des Marktmeisters erst im April dieses Jahres übernommen habe, war ich aufgrund meiner inzwischen 29-jährigen Tätigkeit bei der Stadt Vechta bereits viele Jahre in unterschiedlichen Bereichen an der Organisation des Stoppelmarktes beteiligt.

Gibt es einen Moment im Ablauf, der jedes Jahr besonders kritisch ist?

Peter Eckhardt: Ja. Besonders herausfordernd ist der Montag in der Woche vor dem Stoppelmarkt. Viele Fahrgeschäfte und Verkaufsstände kommen direkt von anderen Volksfesten und müssen innerhalb kürzester Zeit anreisen, aufgebaut und betriebsbereit gemacht werden. In dieser Phase greifen unzählige Abläufe ineinander. Hier sind gute Planung, Erfahrung und eine enge Abstimmung besonders wichtig.

Welche Entscheidung im Hintergrund merkt das Publikum nie, die aber enorm wichtig ist?

Peter Eckhardt: Viele Besucher sehen den fertigen Stoppelmarkt - was sie nicht sehen, ist der enorme Aufwand im Vorfeld.

Jedes Jahr gehen weit über tausend Bewerbungen von Schaustellern, Händlern und Wirten ein. Diese müssen sorgfältig geprüft und nach festgelegten Kriterien bewertet werden. Anschließend werden die Standplätze vergeben und die entsprechenden Verträge geschlossen.

Gleichzeitig müssen sämtliche rechtlichen Vorgaben eingehalten werden. Das ist eine sehr verantwortungsvolle Aufgabe, denn die Standplätze auf dem Stoppelmarkt sind äußerst begehrt.

Wie behält man bei einem Fest dieser Größenordnung den Überblick?

Peter Eckhardt: EDas funktioniert nur mit einem gut organisierten Team. Jeder weiß genau, welche Aufgaben zwischen dem Beginn der Aufbauphase und dem Abschluss des Abbaus zu erledigen sind. Genauso wichtig ist eine offene und schnelle Kommunikation.

Ich vergleiche den Stoppelmarkt gerne mit einem Karussell: Viele Zahnräder greifen ineinander. Erst wenn jedes Zahnrad zuverlässig funktioniert, läuft das Karussell rund. Genauso ist es auch beim Stoppelmarkt. Nur wenn alle Beteiligten eng zusammenarbeiten, kann eine Veranstaltung dieser Größenordnung erfolgreich durchgeführt werden.

Was hat Sie an der Aufgabe als Marktmeister besonders gereizt?

Peter Eckhardt: Mich hat besonders gereizt, die Verantwortung für eines der größten und traditionsreichsten Volksfeste Norddeutschlands übernehmen zu dürfen.

Ich bin seit 29 Jahren bei der Stadt Vechta tätig und habe den Stoppelmarkt in unterschiedlichen Funktionen begleitet. Seit April 2026 trage ich nun erstmals die Gesamtverantwortung als Marktmeister. Diese Aufgabe erfüllt mich mit großem Respekt, aber auch mit großer Freude.

Wie sieht Ihr typischer Arbeitstag aktuell aus?

Peter Eckhardt: Zurzeit gibt es praktisch keinen Tag, an dem keine neuen Aufgaben anstehen.

Gemeinsam mit meiner Stellvertreterin arbeiten wir täglich die Punkte unseres Organisationskalenders ab. Parallel laufen bereits die Vorbereitungen für den Herbstmarkt in Langförden, den Thomasmarkt sowie den Weihnachtsmarkt 2026.

Welche Aufgaben werden oft unterschätzt, wenn man nur das Fest selbst sieht?

Peter Eckhardt: Viele unterschätzen den Verwaltungsaufwand. Genehmigungen, Verträge, Sicherheitskonzepte, Verkehrsplanung, Abstimmungen mit Behörden, Besprechungen mit Schaustellern und BOS-Einheiten sowie zahlreiche organisatorische Details nehmen viele Monate in Anspruch - lange bevor das erste Fahrgeschäft aufgebaut wird.

Was war für Sie die größte Überraschung beim Einstieg in diese Position?

Peter Eckhardt: Obwohl ich den Stoppelmarkt aufgrund meiner langjährigen Tätigkeit bei der Stadt Vechta bereits gut kannte, ist die Gesamtverantwortung noch einmal eine ganz andere Dimension.

Besonders beeindruckt hat mich die Vielzahl an rechtlichen Vorgaben sowie die Verantwortung, die mit jeder einzelnen Entscheidung verbunden ist. Hier muss jeder Schritt gut vorbereitet und dokumentiert sein.

Wie schafft man den Spagat zwischen Tradition und neuen Ideen?

Peter Eckhardt: Der Stoppelmarkt lebt von seiner fast 730-jährigen Geschichte. Gleichzeitig muss sich eine Veranstaltung dieser Größe stetig weiterentwickeln. Deshalb erstellt die Stadt Vechta für jeden Stoppelmarkt ein Beschickungskonzept. Gemeinsam mit dem Bürgermeister, dem Marktausschuss sowie Schaustellern, Händlern und Wirten wird kontinuierlich daran gearbeitet, den traditionellen Charakter des Stoppelmarktes zu erhalten und gleichzeitig neue Entwicklungen sinnvoll einzubinden.

Was war bisher die größte Herausforderung seit Ihrem Amtsantritt?

Peter Eckhardt: Da ich die Aufgabe des Marktmeisters erst im April 2026 übernommen habe und den Stoppelmarkt in diesem Jahr erstmals in Gesamtverantwortung organisiere, ist die Umsetzung des Sicherheitskonzeptes eine der größten Herausforderungen.

Im vergangenen Jahr wurden unter anderem die Zufahrtssperren beschafft und in Betrieb genommen.

Ein Schwerpunkt in diesem Jahr ist der Aufbau einer zentralen Koordinationsstelle in Form einer Containeranlage. Dort arbeiten künftig Feuerwehr, DRK, Ordnungsdienst, Veranstaltungsleitung, DB Sicherheit und perspektivisch auch die Polizei gemeinsam an einem Standort.

Ziel ist es, alle BOS-Einheiten an einem zentralen Ort zu bündeln. Dadurch können Informationen schneller ausgetauscht, Entscheidungen effizient getroffen und mögliche Einsatzlagen noch besser koordiniert werden.

Welche Ziele haben Sie für die Zukunft des Stoppelmarkts?

Peter Eckhardt: Mein wichtigstes Ziel ist es, den Stoppelmarkt als traditionsreiches Familienfest langfristig zu erhalten und gleichzeitig zukunftsfähig weiterzuentwickeln.

Dazu gehören ein hohes Maß an Sicherheit, eine enge Zusammenarbeit mit allen Beteiligten und die Bereitschaft, sinnvolle Neuerungen umzusetzen, ohne den besonderen Charakter des Stoppelmarktes zu verändern.

Der Stoppelmarkt begeistert seit Generationen Menschen aus Vechta und weit darüber hinaus. Ich möchte dazu beitragen, dass dies auch in Zukunft so bleibt.

Foto: Fischer / Stadt Vechta


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