Verdammt lang gut: Gulfhaus feiert 50 Jahre

Verdammt lang gut: Gulfhaus feiert 50 Jahre

Veröffentlicht am 03.02.2026


Musik, Kultur und Gemeinschaft - ein Jubiläum für Generationen in Vechta.


50 Jahre lang gibt es das Gulfhaus in Vechta. Ein halbes Jahrhundert voller Musik, Begegnungen, Kreativität und unzähliger Geschichten. Dieses Jubiläum wurde am letzten Februar-Wochenende, vom 27. Februar bis zum 1. März 2026, gebührend gefeiert. Für alle Besucherinnen und Besucher wurde es eine Reise durch die Zeit, von den Anfängen in den 1970er Jahren bis in die Gegenwart, und gleichzeitig ein Ausblick auf das, was die Zukunft für das Gulfhaus bereithält.

Der Auftakt am Freitag, dem 27. Februar, stand ganz im Zeichen der frühen Jahre des Hauses. Unter dem Titel "Workshop" startete um 20 Uhr das Programm "Musik aus der Dose". Schon der Name erinnerte an die ersten Veranstaltungen im Gulfhaus, als Musik, Jugendkultur und Gemeinschaft noch eng miteinander verbunden waren. Es waren die Zeiten, in denen junge Menschen hier zusammenkamen, um Neues auszuprobieren, sich zu treffen, zu diskutieren und einfach Zeit miteinander zu verbringen. Heiner Olberding alias DJ Olli sorgte an diesem Abend dafür, dass genau diese Stimmung wieder lebendig wurde. Mit einem Mix aus Klassikern und bekannten Hits der damaligen Zeit knüpfte er musikalisch an die Anfänge des Hauses an. Der Eintritt erfolgte auf Spendenbasis zugunsten der Jugendarbeit im Gulfhaus, sodass die Feier gleichzeitig die heutige Arbeit für junge Menschen unterstützte.

Der Samstag begann am Nachmittag mit einem besonderen Höhepunkt: dem offiziellen Festakt zum 50-jährigen Bestehen. In einem moderierten Gespräch kamen Zeitzeugen aus allen Epochen des Hauses zu Wort. Ehemalige und aktuelle Wegbegleiter berichteten von prägenden Momenten, Herausforderungen und Entwicklungen, die das Gulfhaus erlebt hatte. Sie erinnerten sich an die ersten selbstverwalteten Jugendtreffen, an die unzähligen Konzerte und Workshops, die kleinen und großen Veränderungen in der Ausstattung und an die Menschen, die das Haus zu dem gemacht hatten, was es heute ist. Ergänzt wurde die Gesprächsrunde durch eine multimediale Bildpräsentation. Historische Fotos, alte Plakate, Programmhefte und Ausschnitte aus Zeitungsartikeln ließen die Geschichte lebendig werden. Die Besucherinnen und Besucher konnten dabei auch die Veränderungen im Stadtbild Vechta erkennen und sehen, wie das Gulfhaus stets ein zentraler Treffpunkt für die Jugend geblieben war.

Am Abend ging das Jubiläum dann in die musikalische Phase über. Ab 20.30 Uhr übernahmen zwei Live-Bands die Bühne und sorgten für ausgelassene Stimmung. Unter anderem trat SK8PRK auf, die energiegeladene Coversongs von Green Day, Blink 182 und anderen Bands spielten. Die Auswahl der Musik war bewusst gewählt und spiegelte die Jugendkultur wider, die seit jeher Teil des Hauses war. Der Eintritt betrug symbolisch 5 Euro oder einen Heiermann, also 5 D-Mark. Wer noch ein altes 5-Mark-Stück zuhause hatte, konnte es an diesem Abend wie früher einsetzen. Auf diese Weise verbanden sich Tradition und Gegenwart auf charmante Weise. Die Organisation des Abends übernahm der Jugendkulturverein Oldenburger Münsterland, der regelmäßig Konzerte und Veranstaltungen im Gulfhaus auf die Beine stellt und damit die lebendige Kultur des Hauses weiterführt.

Der Sonntag stand ganz im Zeichen der Familien und der jungen Generation. Von 13 bis 17 Uhr öffnete das Gulfhaus seine Türen weit für Groß und Klein. Gemeinsam mit Ehrenamtlichen hatte das Team ein vielseitiges Tagesprogramm vorbereitet. Kreative Workshops, Mitmachaktionen, Spiele und andere Angebote luden zum Ausprobieren ein. Kinder und Jugendliche konnten das Haus kennenlernen, die Räume entdecken und sich ein eigenes Bild von den Möglichkeiten machen, die das Gulfhaus bietet. Eltern und Großeltern hatten die Gelegenheit, sich mit den Verantwortlichen auszutauschen und zu erfahren, wie Jugendarbeit heute funktioniert und welche Angebote langfristig zur Verfügung stehen. So richtete sich der Blick nicht nur zurück auf die Vergangenheit, sondern auch nach vorn in die Zukunft. Das Gulfhaus ist längst mehr als ein Veranstaltungsort. Es ist Treffpunkt, Lernraum, Kreativzentrum und kultureller Ankerpunkt für junge Menschen in Vechta.

"Seit der Gründung stand im Gulfhaus die Jugendarbeit im Vordergrund. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Das Haus steht allen jungen Menschen in unserer Stadt zur Verfügung und bietet ein breites Angebot an Freizeitmöglichkeiten, von Kreativkursen über Ferienbetreuung bis hin zu Workshops und Musikprojekten", sagte Bürgermeister Kristian Kater. Seit die Stadt Vechta die Trägerschaft übernommen hatte, wurde die Jugendarbeit kontinuierlich ausgebaut, modernisiert und an die Bedürfnisse der jungen Menschen angepasst. Dabei spielten nicht nur die regelmäßigen Veranstaltungen eine Rolle, sondern auch die intensive individuelle Begleitung der Jugendlichen, die hier Unterstützung, Rat und kreative Freiräume fanden.

Dass das Jubiläum mit so viel Herzblut vorbereitet wurde, ist einer engagierten Initiativgruppe zu verdanken. Alfons Wobbeler, Heiner Olberding, Uwe Helmes sowie die Mitarbeiter des Gulfhauses Sebastian "Theo" Krause und Hannes Büring hatten bereits im vergangenen Jahr mit den Planungen begonnen. Sie alle verbindet nicht nur die Liebe zum Gulfhaus, sondern auch die Überzeugung, dass dieses Haus für Generationen ein wichtiger Teil der städtischen Kultur ist und bleiben wird. Ihre Arbeit zeigte, wie viel Engagement, Leidenschaft und Freude notwendig ist, um ein Jubiläum dieser Größenordnung auf die Beine zu stellen.

Das Jubiläumswochenende war damit nicht nur eine Feier der Vergangenheit, sondern auch ein lebendiges Zeichen für die Zukunft. Es zeigte, dass das Gulfhaus ein Ort ist, an dem Ideen wachsen, Musik erklingt, Gemeinschaft gelebt wird und an dem junge Menschen seit 50 Jahren einen festen Platz in Vechta haben. Besucherinnen und Besucher konnten an diesem Wochenende die besondere Atmosphäre spüren, die das Haus seit Jahrzehnten auszeichnet, und gleichzeitig erleben, dass hier auch heute noch Raum für Kreativität, Begegnung und kulturelle Vielfalt geschaffen wird.

Foto + Text: Jonas Heyng, Stadt Vechta


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