Stadtblick: Christoph Schwerhoff

Stadtblick: Christoph Schwerhoff

Veröffentlicht am 28.11.2025


Am 23. November wurde Christoph Schwerhoff als neuer Propst und leitender Pfarrer für die Kirchengemeinde St. Mariä Himmelfahrt Vechta eingeführt.

Der gebürtige Borkener freut sich auf seine neue Aufgabe und blickt mit Vorfreude, aber auch etwas Wehmut auf den Abschied vom Niederrhein zurück.


Wie lange haben Sie am Niederrhein gelebt - und kommen Sie ursprünglich von dort?

Christoph Schwerhoff: Ich habe insgesamt neun Jahre am Niederrhein gelebt, komme aber gebürtig aus dem Münsterland, genauer gesagt aus Borken. Das ist gar nicht so weit weg - etwa zwei Stunden Fahrt. Von der Mentalität her fühle ich mich hier im Oldenburger Land tatsächlich heimatnäher als am Niederrhein. Ich war auch zwei Jahre in Recklinghausen, also bin ich schon ein bisschen herumgekommen.

Die letzten fünf Jahre war ich an einer Internatsschule - das war eine sehr prägende Zeit. Man hat dort nicht nur gearbeitet, sondern auch mit den Internatsschülern gelebt, sehr engen Kontakt gehabt. Das war schön.

Ist Ihnen der Umzug nach Vechta schwergefallen?

Christoph Schwerhoff: Ja und nein. Der Umzug ist mir nicht schwergefallen, weil ich mich darauf freue, wohin ich gekommen bin. Ich kannte schon ein paar Leute hier und habe mich ganz bewusst für Vechta entschieden. Insofern war da viel Vorfreude.

Schwergefallen ist es mir trotzdem ein bisschen, weil ich etwas verlasse, wo ich sehr gerne war - eine Schule, an der ich mit den Schülerinnen und Schülern zusammengelebt und gearbeitet habe. Das war eine schöne, intensive Zeit. Also: ein lachendes und ein weinendes Auge.

Was hat Sie bewogen, sich in Niedersachsen zu bewerben?

Christoph Schwerhoff: Nach einigen Jahren stand für mich fest: Es ist Zeit für eine neue Aufgabe. Ich wollte eine andere Region unseres Bistums kennenlernen - und da bot sich das Oldenburger Land an. Zwei Freunde von mir leben hier und haben mir schon lange vorgeschwärmt, wie schön es in Vechta sei. Irgendwann dachte ich: "Na gut, dann schau ich’s mir an." Und tatsächlich - ich war schon öfter hier, bin immer mit einem guten Gefühl wieder weggefahren. Insofern war das keine ganz spontane Entscheidung, sondern gewachsen. Ich glaube, das passt sehr gut.

Gibt es etwas, worauf Sie sich hier in Vechta besonders freuen - vielleicht eine Tradition, einen Ort oder die Menschen selbst?

Christoph Schwerhoff: Ich freue mich wirklich auf die Menschen und darauf, mich noch einmal neu einzustellen - auf die Art, wie man hier miteinander umgeht. Dieses Bodenständige gefällt mir sehr. Gleichzeitig bin ich gespannt, wie ich mich nach der Zeit am Niederrhein vielleicht verändert habe.

Ich habe große Freude daran, mit Menschen ins Gespräch zu kommen - das merkt man mir wohl auch an. Und ich bin ehrlich gesagt neugierig auf den Basketballverein hier in Vechta, das ist ja schon etwas Besonderes.

Sonst freue ich mich einfach darauf, Gemeinde und Stadt besser kennenzulernen. Überrascht war ich, als ich gemerkt habe, dass meine Nachbarn das Gefängnis ist - das wusste ich vorher gar nicht. Eine ganz eigene Nachbarschaft, würde ich sagen. Aber genau solche neuen Erfahrungen machen den Reiz aus.

Welche Ideen haben Sie für Ihre neue Stelle?

Christoph Schwerhoff: Mich persönlich fasziniert am Glauben vor allem das Gebet und die Liturgie - diese Momente im Gottesdienst, in denen man spürt: Ich bin angenommen und gewollt. Besonders intensiv erlebe ich das durch gute Musik, durch eine schöne Feier, durch das Gefühl, dass dieser Gott mich meint und will, dass ich genau hier bin – in diesem Augenblick.

Das ist auch ein bisschen meine Idee für die Arbeit hier in Vechta: Dieses Gefühl weiterzugeben - "Gott liebt dich, du bist richtig hier". Wie genau das gelingt, kann ich noch nicht sagen, aber ich glaube, Musik spielt dabei eine große Rolle.

Ich habe gehört, dass wir hier in Vechta großartige Musiker haben - das freut mich sehr. Ich selbst spiele leider kein Instrument. Mein großer Bruder hat damals immer gesagt: "Musik ist blöd", also habe ich Fußball gespielt, statt Klavier zu lernen. (lacht)

Was machen Sie privat gerne, wenn Sie abschalten möchten?

Christoph Schwerhoff: Da spielt Begegnung eine große Rolle - mit Freunden, mit der Familie. Ich habe eine Nichte und einen Neffen, und dazu noch zwei kleine Patenkinder, die noch gerne mit ihrem Patenonkel spielen. Das macht einfach Spaß.

Da ist man ganz im Moment, denkt an nichts anderes - das ist echtes Abschalten. Außerdem habe ich immer viel Fußball gespielt. Sport und Bewegung gehören für mich dazu. Raus in die Natur zu gehen, hilft mir, wieder geerdet zu werden.

Was wünschen Sie sich von den Menschen in Vechta für Ihre gemeinsame Zeit?

Christoph Schwerhoff: Freude - ganz einfach. Freude in der Begegnung, Freude am Glauben, Freude am Miteinander. Ich wünsche mir, dass wir offen miteinander umgehen, dass wir uns gegenseitig mit Freundlichkeit begegnen. Dann kann ich mich hier richtig wohlfühlen. Und ich wünsche mir, dass wir gemeinsam Kirche gestalten - nicht nur darüber nachdenken, "wie es zu Ende geht", sondern wie es weitergeht. Dass wir mutig nach vorne schauen. Das wäre schön.

Wir bedanken uns für das Interview.

» zurück zur Übersicht

Anzeigenkunden der aktuellen Ausgabe
Autohaus WilkensLVM Versicherungsagentur Meyer & Sander
cemore
Arends e-Bikes GmbH & Co. KG
Dehlwisch
Weiss
Honkomp Garten- und Landschaftsbau